karsten
 Registriert: 11.02.2005
Beiträge:
1012
Wohnort: Sachsen

|
Geschrieben: 12.01.2007 11:27
Info-Beitrag
BG-12/Fumarsäure und Fumarate
Andere Bezeichnungen: BG-12, BG00012, Panaclar ™, Dimethylfumarat, engl.: Oral Fumarate, FAG-201
Handelsnamen: bisher keine Präparate im Handel, evtl. Panaclar ™
Firmen: BG-12: Biogen Idec, Fumapharm
Verfügbarkeit: nur im Rahmen von klinischen Studien
Preise: ---
Allgemeines: Fumarsäure und deren Ester werden bereits bei der Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) erfolgreich eingesetzt. BG-12 enthält einen Fumarsäureester (Dimethylfumarat) und wird in Form von magensaftresistenten Mikrotabletten eingenommen. Es wirkt vermutlich immunmodulierend (=das Immunsystem beeinflussend).
Status: für BG-12 (letzte Aktualisierung: 12-01-2006)
• Im Tierversuch erfolgreich [1]
• Phase-(I)-Studie zeigt ermutigende Ergebnisse (2006) [2]
• Phase-(II)-Studie zeigt ermutigende Ergebnisse (2006) [16th Meeting of the European Neurological Society, 2006]
• Beginn der Phase-(III)-Studie (01/2007)
Bewertung der Wirkung: derzeit wegen fehlender Studien nicht möglich.
Zur Bewertung: Im Jahr 2006 wurden auf zwei Konferenzen über medizinische Neurologie in Europa Daten aus der Prüfphase einer Studie, in der Wirksamkeit und Sicherheit von BG-12 in drei unterschiedlichen Dosierungen untersucht wurden, vorgestellt. Bei der mit 720 mg BG-12 täglich behandelten Patientengruppe ergab sich bei der monatlichen Messung zwischen Woche 12 bis 24 der Studie eine Verringerung der durchschnittlichen Anzahl an neuen kontrastmittelanreichernden Läsionen um 69% gegenüber Placebo. Bei der mit 720 mg behandelten Gruppe hatte sich außerdem nach sechs Monaten auch die Anzahl der neuen bzw. neu vergrößerten Läsionen gegenüber der Anzahl bei Studienbeginn um 48% verringert. Die Studie wies zwar nicht genügend statistische Power auf, um für die Schubrate eine statistisch signifikante Aussage machen zu können, aber dennoch wurde diesbezüglich bei Gabe der Dosis von 720 mg im Vergleich zu Placebo ein Rückgang von 32% festgestellt. Die Ergebnisse der mit 120 mg und 360 mg BG-12 behandelten Gruppen waren gegenüber Placebo nicht statistisch signifikant.
Dosierung und Art der Anwendung: BG-12 wird in Form von magensaftresistenten Mikrotabletten eingenommen. Die Dosierung wird nach Ergebnissen der Phase-(II)-Studie vermutlich 720 mg pro Tag betragen.
Nebenwirkungen: Flush (Hitzewallungen), Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Entzündungen des Nasenrachenraumes (Nasopharyngitis), erhöhte Leberenzym-Werte
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen: es liegen hierzu keine Informationen vor
Empfehlungen: Da weder die Wirkung noch die bei dauerhafter Einnahme möglichen Nebenwirkungen derzeit objektiv beurteilt werden können, ist eine Empfehlung derzeit nicht möglich.
Literatur:
[1] Fumaric acid esters are effective in chronic experimental autoimmune encephalomyelitis and suppress macrophage infiltration. Clin Exp Immunol. 2006 Jul;145(1):101-7.
[2] Oral fumaric acid esters for the treatment of active multiple sclerosis: an open-label, baseline-controlled pilot study.
Eur J Neurol. 2006 Jun;13(6):604-10.
Bitte beachten Sie: Bei der Zusammenstellung dieser Informationen handelt es sich nicht um ärztliche Empfehlungen, sondern um eine persönliche Auswertung und Interpretation der in der medizinischen Literatur beschriebenen Erkenntnisse. Inwieweit der Leser sich dieser anschließen mag und Konsequenzen für sein persönliches Handeln daraus zieht, bleibt allein in seiner Verantwortung.
<small>[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: karsten am 12.01.2007 13:09 (Originaldatum 12.01.2007 11:27) ]</small>
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.
(St.Augustin, Apostel von England und erster Erzbischof von Canterbury, ca. 7. Jh.)
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: karsten am 18.02.2007 20:47 (Originaldatum 12.01.2007 11:27) ]
|
Gast

|
Geschrieben: 12.01.2007 12:06
Hallöchen,
ich bin mal vom 12. bis 16. Lebensjahr auf Grund Neurodermitis mit Fumarsäurepräparaten behandelt worden. Die Fumarsäure sollte schon damals das Kortison ersetzen bzw. nicht notwendig machen. Gebracht hat es hinsichtlich der Stoffwechselerkrankung nichts.
Damals hatte ich noch keine MS.
Wer weiß, was diese Immunmodulation letztendlich alles für Folgen gehabt hat. Wenn ich damals volljährig und mehrwissender gewesen wäre, hätte ich vielleicht nicht alles wie "kleine bunte Smarties" auf Anraten des Arztes angewendet.
Danke für deine Informationen, Karsten!
Liebe Grüße
Thorsten
|