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FTY 720 |
karsten
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Geschrieben: 22.12.2005 09:17
Info-Beitrag
FTY 720 (Fingolimod)
Andere Bezeichnungen: 2-Amino-2-[2-(4-octylphenyl)ethyl]propan-1,3-diol Hydrochlorid
Handelsnamen: Gilenia®?
Firmen: Mitsubishi Pharma, Novartis
Verfügbarkeit: derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien
Preise: nicht bekannt
Allgemeines: FTY720 ist eine chemische Abwandlung des natürlichen Wirkstoffs Myricin, der im aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannten Pilz Isaria sinclairii vorkommt. Es ist ein als Tablette verfügbarer Immunmodulator (=Substanz, die das Immunsystem beeinflusst) mit Einfluss auf die Wanderung von Lymphozyten (=Gruppe der weißen Blutkörperchen) aus Blut und Gewebe in die Lymphknoten bzw. aus den Lymphknoten ins Zentralnervensystem. Daraus folgt wahrscheinlich ein günstiger Einfluss auf den Krankheitsverlauf der MS. Die Substanz wird auch in der Organtransplantation zur Immunsuppression (=Unterdrückung des Immunsystems) erprobt.
Status: (letzte Aktualisierung: 24.09.2009)
• Im Tierversuch erfolgreich (04/2003) [1]
• Phase-(II)-Studie für Nierentransplantation erfolgreich (06/2005) [2]
• Phase-(II)-Studie für MS, 12- bzw. 18-Monats-Resultate erfolgreich; (wurden vorgestellt beim American Association of Neurology (AAN) meeting April 2006)
• die 24-Monatsdaten (Verlängerungsphase der Phase-II) entsprechen den 12-Monatsdaten [3]
• Phase-(III)-Studie läuft (seit Juni 2006)
Bewertung der Wirkung: gut
Zur Bewertung:
Den Zwölfmonatsdaten zufolge reduzierte FTY720 (in einer Dosierung von 1,25 bzw. 5 mg) gegenüber Placebo die Rate klinisch nachweisbarer Schübe um mehr als 50% und die durch Magnetresonanztomografie (MRT) ermittelte entzündliche Krankheitsaktivität um bis zu 80%. Die Therapievorteile von FTY720 zeigten sich bereits nach zwei Monaten und nahmen bis zum Ende der sechsmonatigen Behandlungszeit verglichen mit Placebo kontinuierlich zu. Über 90% der Patienten schlossen die Studie ab.
Dosierung und Art der Anwendung:
1-mal täglich als Tablette, die Dosierung steht noch nicht fest, wird aber wahrscheinlich bei 0,5 mg liegen.
Nebenwirkungen: Die in einer Phase-(II)-Studie am häufigsten verzeichneten Nebenwirkungen waren nicht gravierende Infektionen (wie Erkältungen), Magen-Darm-Beschwerden (wie Durchfall und Übelkeit), Störungen des Nervensystems (wie Kopfschmerzen) und Atemwegsbeschwerden (wie Kurzatmigkeit oder Husten). Insgesamt waren in der Gruppe mit 5 mg FTY720 häufiger Nebenwirkungen zu beobachten als in den Gruppen mit 1,25 mg FTY720 oder Placebo.
Gegenanzeigen und Wechselwirkungen: können derzeit noch nicht beurteilt werden
Empfehlungen: können wegen fehlender Veröffentlichungen derzeit nicht gegeben werden.
Fingolimod scheint aber die bisher besten Chancen zu haben, das erste tablettenförmige MS-Medikament mit einer besseren Wirksamkeit als die bisherigen Basistherapien zu werden. Die Marktreife wird ca. 2010 erwartet.
Literatur:
[1] Amelioration of experimental autoimmune encephalomyelitis in Lewis rats by FTY720 treatment. J Pharmacol Exp Ther. 2003 Apr;305(1):70-7.
[2] FTY720, a novel immunomodulator: efficacy and safety results from the first phase 2A study in de novo renal transplantation. Transplantation. 2005 Jun 15;79(11):1553-60.
[3] Oral fingolimod (FTY720) in multiple sclerosis: two-year results of a phase II extension study. Neurology. 2009 Jan 6;72(1):73-9.
[4] A Placebo-Controlled Trial of Oral Fingolimod in Relapsing Multiple Sclerosis.
N Engl J Med. 2010 Jan 20.
[5] Oral Fingolimod or Intramuscular Interferon for Relapsing Multiple Sclerosis.
N Engl J Med. 2010 Jan 20
Bitte beachten Sie: Bei der Zusammenstellung dieser Informationen handelt es sich nicht um ärztliche Empfehlungen, sondern um eine persönliche Auswertung und Interpretation der in der medizinischen Literatur beschriebenen Erkenntnisse. Inwieweit der Leser sich dieser anschließen mag und Konsequenzen für sein persönliches Handeln daraus zieht, bleibt allein in seiner Verantwortung.
<small>[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: karsten am 08.02.2010 14:15 (Originaldatum 22.12.2005 09:17) ]</small>
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.
(St.Augustin, Apostel von England und erster Erzbischof von Canterbury, ca. 7. Jh.)
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: karsten am 23.02.2010 16:17 (Originaldatum 22.12.2005 09:17) ]
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karsten
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Geschrieben: 25.06.2006 12:19
Hallo zusammen,
habe gerade entdeckt, dass für dieses tablettenförmige Medikament noch Studienteilnehmer gesucht werden. Da ich denke, dass Fingolimod eine sehr interessante Alternative für alle MS`ler mit Spritzproblemen oder Unverträglichkeit der üblichen Basistherapien ist, füge ich mal den Link dazu hier ein:
Teilnehmer für klinische Studie gesucht
LG
Karsten
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[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: karsten am 25.06.2006 14:00 (Originaldatum 25.06.2006 12:19) ]
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karsten
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Geschrieben: 25.06.2006 14:46
...in diesem Zusammenhang habe ich auch die Infos mal wieder aktualisiert. Die Zwölfmonatsdaten sind auf einer Tagung präsentiert, aber noch nicht in einer Fachzeitschrift veröffentlicht worden. Sieht recht positiv aus. Wer nachlesen will findet hier eine Zusammenfassung (leider nur in englisch):
medicalnewstoday
LG
Karsten
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-baby-
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Geschrieben: 25.06.2006 16:03
Wow, ich freu mich drauf! Tabletten....  Hoffentlich wirds was!
Wenn der, der etwas notwendig braucht, dies findet, so ist es nicht der Zufall,
sondern er selbst, sein Verlangen und Müssen führt ihn!
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Bewie
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Geschrieben: 26.06.2006 14:38
Ich danke der Forschung und dir Karsten, der du uns das immer so lieb mitteilst.
Danke
Bettina
Alles Liebe, viel Kraft und Stärke wünscht
Bettina
Wer keine Angst hat,
braucht auch keinen Mut!!
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Sevilla Registriert: 28.09.2004
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Geschrieben: 26.06.2006 23:19
Hallo zusammen
ich kann es nur Empfelen ich nehme dieses Medikament seit 30 Monaten (6 Monate 5mg und danch 125mg) die Ausfälle haben abgenommen und mit viel Übungen und Physiotherapie ist meine Behinderung im Moment stabiel.
Die Nebenwirkungen sind schon mehr wie oben beschrieben aber da kann man Einwirken.
Wenn jemand eine spezielle Frage hat mailt mich einfach an
Gruss Robertho
(Das Medikament sollte aber für Tranplatationen auf dem Markt sein hier in Spanien gebens die Neurologen in bestimmten Fällen bei MS wohl wie ich hörte.)
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karsten
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Geschrieben: 20.08.2008 16:35
Hallo zusammen,
offenbar will Novartis FTY720 (Fingolimod) nun auch für Primär Progrediente MS testen. Es sollen ca. 650 Patienten für eine Phase-III-Studie rekrutiert werden. Bisher ist allerdings nur eine Klinik in Kanada als Studienort angegeben. Ich vermute deshalb, dass es noch eine ganze Weile dauert, bis die Behandlungsphase dieser Studie tatsächlich beginnt.
LG
Karsten
Quelle: ClinicalTrials
Wunder stehen nicht im Gegensatz zur Natur, sondern nur im Gegensatz zu dem, was wir über die Natur wissen.
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grischan
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Geschrieben: 21.08.2009 14:44
Hallo,
gibt es was Neues zu FTY720? Soll es nicht 09 oder 10 raus kommen? Hat es vielleicht schon jemand im Rahmen der Phase III bekommen?
Grüße
Chris
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edward1963
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Geschrieben: 29.08.2009 10:03
Bin seit 2007 in der Fingolimod Studie in München
Habe vorher fast 1 Jahr Avonex gespritzt.
Erster Schub Januar 2006,(nicht als solcher erkannt)zweiter dann März 2006 und damit
auch Diagnose MS
Seitdem keine Schübe mehr, sicher auch dank der Therapie.
Muss sagen das ich eigentlich ziemlich begeistert bin von der neuen oralen Therapie!
Keine Läsionen mehr oder sonstige MS-Zeichen ausser kleinen Gefühlsstörungen im rechten Bein
die sich manchmal bei Anstrengung und Stress bemerkbar machen(habe auch einen ziemlich stressigen Job)
Nebenbei natürlich ein tolles Monitoring deiner Krankheit durch die Ärzte (alle 3 Monate)
plus 2x im Jahr MRT,bekommt man so als einfacher Kassenpatient ja nicht unbedingt!
Durch meinen Beruf war die Spritzerei keine wirkliche Alternative (Flugbegleiter in Teilzeit)
Ich werfe einmal am Tag eine Pille ein und das wars.
Nebenwirkungen habe ich eigentlich nur ab und zu im Nasenbereich(liegt aber auch natürlich vermehrt an meinem Job) und manchmal Kurzatmigkeit (würde wahrscheinlich auch verschwinden wenn ich nicht rauchen würde).
Verglichen mit Avonex sind diese Nebenwirkungen allerdings jammern auf höchstem Niveau.
Mein Studienarzt sagte mir (bin in Phase III),falls nichts dazwischen kommt wird es 2010 zugelassen, da sich Novartis in einem ziemlichen Wettbewerb mit einem anderen oralen MS-Medikament befindet.
Über Langzeitnebenwirkungen weiss man natürlich noch nichts, aber das Risiko gehe ich gerne ein
(bin 46) wenn ich dafür noch behinderungsfreie Jahre bekomme.
Hoffe ich konnte helfen mit der Info.
LG Arthur
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grischan
 Registriert: 23.12.2006
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Geschrieben: 29.08.2009 13:00
Hallo Arthur,
danke für die Infos. Diese decken sich mit denen, die mir mein Neuro vom MS Zentrum an der Uni gab. Sie haben derzeit 200 Patienten die es im Rahmen der Studie bekommen und von denen hatten 90 Prozent in den letzten 5 Jahren keinen (!) Schub mehr. Die NW sollen sich auch sehr in den Grenzen halten.
Das interessante aber war, dass es zurzeit eine neue Studie für ein Nachfolgerpräparat gibt. BAF312. Dies soll noch weniger NW haben als das FTY720 da es nur noch auf einen Rezeptor wirkt und nicht auf 3 - mit meinem Laienhaften Verständnis erklärt. Man will damit zum Beispiel die Neigung zum Hautkrebs verringern.
Das FTY soll Ende 2010 kommen, ja. Das BAF dann erst gegen 2014 oder so.
Wenn ich will, kann ich an dieser Studie teilnehmen. Ich weiß noch nicht... Diese ganzen Untersuchungen. Und andauernd zum MRT in den ersten 6 Monaten usw. Das nervt, vor allem neben dem Job. Und dann das Risiko;(
Viele Grüße
Chris
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