MS ZellenAufbau des Nervensystems Das Nervensystem mit seinen
‚Schaltzentren’ und Nerven dient dem Menschen zur Kommunikation mit seiner
Umwelt. Dieses ausgeklügelte System verarbeitet unsere Sinneseindrücke, so dass
das Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen für uns möglich wird. Zudem
koordiniert es unser Handeln – z.B. unsere Körperbewegungen und Die verschiedenen Anteile des Nervensystems Das Nervensystem lässt sich in drei große Teile untergliedern: das zentrale - (ZNS), periphere - (PNS) und autonome Nervensystem. Das ZNS setzt sich zusammen aus Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Innerhalb des Gehirns unterscheidet man drei weitere Hauptbestandteile: das Großhirn mit seiner Rinde und dem Mark, hier werden z.B. die Motorik und das Gefühlsempfinden vermittelt; dem Kleinhirn, das einen wesentlichen Anteil zur Koordination und Geschicklichkeit beiträgt und dem Hirnstamm, in dem lebenswichtige Zentren wie beispielsweise das Atemzentrum liegen. Das PNS besteht aus den Hirnnerven und den
im Rückenmark entspringenden peripheren Nerven, die sich beispielsweise in den
Armen und Beinen weiter verzweigen und Haut und Muskeln versorgen. Jede einzelne der Milliarden Nervenzellen ist mit unzähligen anderen Nervenzellen verbunden – und zwar durch verschiedene Zellfortsätze, den Axonen und Dendriten. Über die Nervenzellen werden elektrische Impulse weitergeleitet. Zwischen den Nervenzellen findet die Kommunikation und Weiterleitung der eintreffenden Impulse über die so genannten Synapsen statt. Synapsen sind spezielle Verbindungsstellen. Die Nervenzelle besteht aus Zellkörper, Dendriten und einem Hauptfortsatz, der als Axon bezeichnet wird. Die Axone leiten die Informationen in Form von elektrischen Impulsen vom Zellkörper zu anderen Zellen wie z.B. den Muskelzellen. Die Dendriten empfangen die elektrischen Impulse von den Axonen anderer Nervenzellen und leiten sie zum Nervenzellkörper, wo sie weiterverarbeitet werden. Das Axon ist von einer aus Lipidzellen (Fettzellen) und Proteinen bestehenden Schicht, der Myelinscheide, umgeben. Diese Schicht wird von Einschnürungen unterbrochen, den sogenannten Ranvierschen-Schnürringen, die dafür sorgen, dass die elektrischen Impulse sehr schnell weitergeleitet werden. Die Übertragung des Signals von der Nervenzelle auf den Muskel erfolgt an den Synapsen, dort werden die sogenannten Neurotransmitter ausgeschüttet. Die elektrischen Impulse werden mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Metern pro Sekunde weitergeleitet. Dabei sind sie – ähnlich wie elektrische Kabel – von einer Isolierschicht umgeben, der Mark- oder Myelinscheide. Sie wird im Gehirn von den Oligodendrozyten, in den peripheren Nerven von den Schwannschen Zellen gebildet. Erst durch diese Myelinschicht werden die hohen Leitungsgeschwindigkeiten der Nerven möglich Wo liegen die Herde bei Multipler Sklerose Da Myelin im Gegensatz zu den grauen Nervenzellen heller aussieht, bezeichnet man die Bereiche im ZNS, durch die die Nervenfasern laufen, auch als weiße Substanz. Die Kerngebiete erscheinen eher grau. Im Gehirn bildet die graue Substanz die Rinde, die die weiße umschließt, im Rückenmark bildet sie das Zentrum. In der weißen Substanz laufen die Entzündungsprozesse der Multiplen Sklerose ab. Da viele verschiedene Bereiche des ZNS betroffen sein können, sind auch die Symptome überaus vielfältig Im Prinzip können bei der MS in allen Bereichen des ZNS Entzündungen auftreten.
Es sind aber vor allem die Sehnerven, das Rückenmark, der Hirnstamm und das
Marklager um die Ventrikel betroffen, welches zwischen Hirnrinde und Hirnkammern
liegt. Und auch hier existieren wieder scheinbar besonders prädestinierte Regionen:
Das Mark um die Pole der Ventrikel, im so genannten Steinerschen Wetterwinkel,
oder im Rückenmark im Bereich des Halses und der Lendenwirbelsäule. Ein Erklärungsmodell
lautet, dass das Rückenmark an diesen Stellen mechanisch besonders belastet
wird, bzw. an den Polen der Ventrikel der Liquor einen besonders hohen Druck
ausübt. Aus Bertelsmann Medizin Lexikon
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